Immunkomplex Reaktion – Typ III Allergie – Biochemie – AMBOSS Video
10
September

By Adem Lewis / in , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , /


Immunkomplex Reaktion – Typ III Allergie
Allergische Reaktionen des Typs drei werden durch Immunkomplexe ausgelöst, die aus zirkulierenden
Antigenen und spezifischen Antikörpern bestehen. Sowohl die Antigene, als auch die resultierenden
Immunkomplexe sind beispielsweise im Blut frei beweglich. Sie werden daher auch als lösliche Immunkomplexe
bezeichnet. Die beteiligten Antigene können extern sein,
also von einer Quelle außerhalb des Körpers stammen, oder auch intern und damit körpereigene
Bausteine sein. Passende IgM-, oder noch häufiger IgG-Antikörper,
binden an diese Antigene und bilden so verschieden große Komplexe. Der Körper besitzt zuverlässige Mechanismen,
um vor allem größere Immunkomplexe zu entfernen. Beispielsweise binden Makrophagen an Immunkomplexe, um sie einzuschließen und abzubauen. Kleine Immunkomplexe haben hingegen eine höhere
Wahrscheinlichkeit im Blutkreislauf zu verbleiben. Sie setzen sich irgendwann an der Gefäßwand
insbesondere kleiner Blutgefäße ab. Sobald sich Immunkomplexe bilden, aktivieren
sie rasch das Komplementsystem. Die Plasmaproteine des Komplementsystems aktivieren in einer Kaskadenreaktion die Zellen des Immunsystems. Dazu lösen sie eine Reihe verschiedener Reaktionen im Körper aus. Bei der Typ drei Allergie ist die wichtigste
davon die Aktivierung von Neutrophilen. Neutrophile werden zunächst von aktivierten,
chemotaktischen Komplementproteinen angelockt. Mittels der Fc-Rezeptoren auf ihrer Oberfläche
können sie an die passende Region eines Antikörpers aus dem Immunkomplex binden. Die Bindung löst bei den Neutrophilen die
Ausschüttung aggressiver Substanzen aus. Diese schädigen die Zellen der Gefäßwand
in der Umgebung des Immunkomplexes. Durch die Zerstörung von Endothelzellen und
Zellen der Basalmembran steigt die Durchlässigkeit der Gefäßwand. In der Folge gelangen Stoffe aus dem Blutgefäß ins umgebende Gewebe, wodurch sich die Entzündungsreaktion weiter ausbreitet und das Gewebe zusätzlich
geschädigt wird. Bei der Unterscheidung einer Typ drei Allergie
von einer Typ zwei Allergie spielen zwei Faktoren eine besondere Rolle: Zum einen wird eine
Typ drei Allergie durch anfangs gelöste Komponenten hervorgerufen. Daher sind von einer Typ drei Reaktion vor
allem Gewebe mit kleinen Blutgefäßen und dünnen Gefäßwänden betroffen. Klassische Beispiele sind die Nieren, in denen
das Blut gefiltert wird, oder die Gelenke, in denen Plasma gefiltert wird, um Gelenkflüssigkeit
zu produzieren. Bei der Typ 2 Reaktion hingegen richten sich
die Antikörper gegen Antigene auf der Zelloberfläche oder in der Zellmatrix. Sie haben also zellgebundene Ziele. Zum anderen erfolgt bei einer Typ drei Reaktion
die Aktivierung des Komplementsystems deutlich schneller und stärker als bei einer Typ zwei
Reaktion. Daher kann bei Typ-drei-Allergien der Serumspiegel
der Komplementproteine genutzt werden, um den Verlauf der Erkrankung zu verfolgen.


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